Transformationsprozess: Woran die Pilotgruppen aktuell arbeiten

Transformationsprozess: Woran die Pilotgruppen aktuell arbeiten

Transformationsprozess: Woran die Pilotgruppen aktuell arbeiten

# Transformationsprozess

Transformationsprozess: Woran die Pilotgruppen aktuell arbeiten

Seit der Frühjahrssynode sind sechs Pilotgruppen damit beschäftigt, den Transformationsprozess voran zu bringen. Diese Gruppen gibt es, und das sind ihre Themen und Fragestellungen, an denen sie arbeiten. Auf der Sommerkonferenz werden sie die Ergebnisse präsentieren:

1. Sichtbarkeit: Sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung als auch bei kirchennahen Menschen ist nicht bekannt, wie vielfältig kirchliches Leben in Berlin Stadtmitte sein kann und was alles dazu gehört.  Außenstehende und nicht aktive Kirchenmitglieder verstehen allein schon die Sprache oftmals nicht.

Wie kann "Evangelische Kirche Berlin Stadtmitte" in ihrer Vielgestaltigkeit anschaulich dargestellt werden?
Wie können Entwicklungen und Veränderungen sowie der Transformationsprozess als solcher dargestellt werden?
Welche unterschiedlichen Perspektiven braucht es dafür?

2. Verwaltung Die aktuelle parochiale (auf Kirchengemeindegrenzen bezogene) Verwaltungsstruktur erscheint an vielen Stellen ineffizient, Entscheidungsprozesse werden als langwierig, Verantwortlichkeiten als unklar bzw. diffus beschrieben
Die Verteilung von Finanzierung und anderen Ressourcen entspricht nicht dem aktuellen Bedarf an Personal und Ausstattung in den verschiedenen Regionen.
Es erscheint sinnvoll, die zukünftige Verwaltungsstruktur der Evangelischen Kirche in Berlin-Stadtmitte von einer inhaltlichen Strukturierung des kirchlichen Lebens vor Ort zu trennen.

Wie könnte eine sinnvolle, neue Verwaltungsstruktur aussehen?
Wie könnte, davon unabhängig, eine sinnvolle inhaltliche Strukturierung aussehen? Wie wäre es, wenn es thematische Schwerpunktzentren gäbe, die eigenen Spielraum bekämen? 

3. Immobilien: Kirchliche Orte / Immobilien sind sehr unterschiedlich, sowohl was ihren baulichen Zustand betrifft als auch, wie intensiv sie genutzt werden und mit Leben gefüllt sind. Es braucht eine Bestandsaufnahme mit einer Bewertung nach transparenten Kriterien. Die aktuelle Verwaltung der Immobilien wird als dysfunktional und überfordernd wahrgenommen. Gebäudelast bindet Ressourcen, die für die Inhalte fehlen.

Nach welchen Kriterien soll entschieden werden, welche Gebäude erhalten, saniert oder aufgegeben werden?
Wo sind Spielräume für eine wirtschaftlichere Nutzung?
Ist es sinnvoll, ein zentrales Immobilienmanagement für eine effiziente, professionelle, flexible Bewirtschaftung der Gebäude zu etablieren? 

4. Personal: Es gibt immer wieder Verantwortungsdiffusion in Bezug auf Personal. Es ist unklar, wer für welchen Personalfall welche Kompetenzen und Verantwortung hat. Es fehlt teilweise an Stellenprofilen, klar geregelten fachlichen Entscheidungskompetenzen, Rollenklarheit und Leitungskompetenzen.

Wie sieht ein zukunftsfähiges Modell für Personalverantwortung und fachliche/dienstrechtliche Leitung aus? '
Welche Anstellungsverhältnisse, Entscheidungswege, Hierarchie-Ebenen sorgen für mehr Klarheit?
Wie kann ein adäquates Onboarding-System für Leitungsfunktionen gestaltet werden?

5. Multiprofessionelle Teams: Es gibt den vielfachen Wunsch nach gemeindeübergreifenden, multiprofessionellen Teams „auf Augenhöhe“. Als Grund werden aktuelle strukturelle Überlastung, ineffiziente Verteilung von Ressourcen und Synergien unterschiedlicher Kompetenzen genannt. Die bestehenden Berufsbilder, insbesondere der Pfarrpersonen, werden als nicht mehr zeitgemäß, überlastend, unwirksam wahrgenommen. Neue Berufsbilder (z.B. Küster:innen als eine Art „Community-Manager:in“) entstehen.

Wie lässt sich die fachliche Zusammenarbeit und formale Verankerung multiprofessioneller Teams gestalten?
Wie sehen die zukünftigen Berufsbilder der Evangelischen Kirche im städtischen Raum aus?

6. Purpose/Visionen: Der Transformationsprozess muss getragen werden von einer Energie, einer Kraft, die anhält... von einer Vision, die die Menschen begeistert und zusammenbringt. Bis zur Synode 2028 - und darüber hinaus - braucht es eine breite Beteiligung von Menschen, die diese Vision entwickeln, leben und weitertragen.Es braucht einen Blick nach "oben", eine Ausrichtung an etwas größerem als "meine Gemeinde, mein Ego, meine persönliche Meinung". Damit es möglich ist, Kompromisse einzugehen und andere Lösungen zu akzeptieren.

Welche Formate können gestaltet werden, in denen gemeinschaftlich die Kraft der Transformation erlebbar wird?

Und, was sich durch alle Gruppen zieht: Querschnittsthemen mit besonderer Relevanz Reflektierende und durchaus kritische Anmerkungen gibt es auch immer wieder zu Formen der Arbeitsorganisation und Meetingkultur.  Auch neue Formen der Zusammenarbeit, Arbeitsweisen und Entscheidungsfindung werden im Prozess erprobt. Die Frage nach zielführenden Entscheidungsgremien wird ebenfalls in den Pilotgruppen aufgegriffen.

Die Befunde und Ergebnisse der ForuM-Studie sind ein zentraler roter Faden durch alle Ansätze der Pilotgruppen.  Jetzt ist der Zeitpunkt, neue Strukturen und Prozesse so zu entwickeln, dass Machtmissbrauch und Gewalt möglichst verhindert wird. Und das Bewusstsein dafür auf jeder Ebene weiter geschärft wird.

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