06/01/2026 0 Kommentare
Stromausfall: Pfarrpersonen und Ehrenamtlich helfen
Stromausfall: Pfarrpersonen und Ehrenamtlich helfen
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Stromausfall: Pfarrpersonen und Ehrenamtlich helfen
Seit Samstag organisieren Menschen aus der Evangelischen Kirche Hilfe für diejenigen, die vom Stromausfall im Südwesten Berlins betroffen sind.
„Am dringendsten ist es jetzt, die zu erreichen, die seit drei Tagen in ihren Wohnungen oder Häusern festsitzen“, sagt Johannes Krug, Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Teltow-Zehlendorf, „Die Lautsprecherdurchsagen auf den Straßen nicht hören, weil die Batterien ihrer Hörgeräte leer sind. Die niemanden haben, der sich um sie kümmert. Die sich wegen der Glätte nicht hinaus trauen. All jene, die sich nicht selbst helfen können.“
Seit dem Wochenende haben zahlreiche Kirchengemeinden ihre Räume geöffnet, damit Menschen sich aufwärmen und ihre Handys aufladen können. Außerdem gibt es Vermittlungsstellen für Schlafmöglichkeiten – mit mehr Angeboten als Nachfrage. Die Hilfsbereitschaft sei überwältigend, sagt Johannes Krug.
Seit dem Morgen sind er und rund 20 weitere Ehrenamtliche, unter anderen das Team UNBOX aus dem Kirchenkreis Berlin Stadtmitte, in den vom Stromausfall betroffenen Straßen unterwegs. Sie sprechen Passanten an, fragen nach Menschen, die Hilfe brauchen könnten, klopfen an Türen, verteilen Wärmflaschen und Thermoskannen mit heißem Wasser. Viele Menschen trauen sich nicht, ihr Zuhause zu verlassen, aus Angst, dass in ihrer Abwesenheit eingebrochen werden könnte. Schließlich gegen auch die Alarmanlagen nicht.
„Bei vielen ist Katastrophenstimmung spürbar“, sagt Johannes Krug. Auch er und seine Familie waren selbst betroffen und haben erst seit Montag wieder Strom. „Wir hatten zeitweise gerade einmal sieben Grad im Haus“, erzählt er.
Und doch überwiegt bei ihm ein positives Gefühl. Denn die Menschlichkeit, die sich in dieser Krise zeigt, „die leuchtet“, sagt Krug. Gerade in einer Zeit, in der die Nachrichten in der Welt oft niederschmetternd sind, gebe ihm das Hoffnung und Zuversicht. „Es zeigt sich, wie fürsorglich und menschlich wir sein können – und sind“.
Die Kirchengemeinden sorgen jetzt dafür, dass es am Abend ein warmes Essen für diejenigen gibt, die ihre Wohnungen und Häuser nicht verlassen können.
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