Gedenken an Protestaktion in der Rosenstraße

Gedenken an Protestaktion in der Rosenstraße

Gedenken an Protestaktion in der Rosenstraße

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Gedenken an Protestaktion in der Rosenstraße

Die Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum und der Initiativkreis Rosenstraße veranstalten auch in diesem Jahr eine Gedenkstunde, um an die „Fabrik-Aktion“ und den Protest in der Rosenstraße in Berlin Mitte zu erinnern. Die diesjährige Gedenkveranstaltung steht unter dem Motto „Mut zur Menschlichkeit – Rosenstraße 1943 und die Notwendigkeit, heute gegen neuen Hass aufzustehen“.

Termin:  Donnerstag, 26. Februar 2026


Programm

16 Uhr: Stilles Gedenken am Mahnmal Große Hamburger Straße, Berlin-Mitte  El Male Rachamin: Kantor Simon Zkorenblut, Jüdische Gemeinde zu Berlin Kaddisch: Rabbiner Yitzhak Ehrenberg, Jüdische Gemeinde zu Berlin
Anschließend Schweigemarsch zur Rosenstraße
16.15 Uhr: Gedenkfeier vor der Skulptur von Ingeborg Hunzinger, Rosenstraße, Berlin-Mitte
Begrüßung: Dr. Astrid Ley, Vorsitzende der Ständigen Konferenz (2026) und Leiterin der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Worte des Gedenkens: Dr. Stefanie Hubig, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz
Merkwort: Dr. Moshe Abraham Offenberg, Israelitische Synagogen-Gemeinde (Adass Jisroel) zu Berlin
Trialogischer Austausch der Religionen: Marion Gardei, Kübra Dalkilic und Esther Hirsch
Hebräischer Gebetsgesang: Kantorin Esther Hirsch, Synagoge Sukkat Schalom Kaddisch: Rabbinerin Gesa Ederberg, Jüdische Gemeinde zu Berlin
Musikalische Umrahmung durch den Chor des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn 
Am Ende der Gedenkzeremonie werden weiße Rosen vor der Skulptur von Ingeborg Hunzinger niedergelegt.

Hintergrund: Der Protest von insgesamt wahrscheinlich mehreren hundert Frauen in der Berliner Rosenstraße während der zwölfjährigen NS-Diktatur gilt als beispiellos. Über mehrere Tage hinweg demonstrierten sie dort im Spätwinter 1943 gegen die Internierung von bis zu 2.000 jüdischen Ehemännern. Die Frauen selbst waren zwar nach Nazi-Jargon „Arier“, wurden aber als „Judenhuren“ diffamiert, da sie eine Scheidung von ihren jüdischen Männern ablehnten.

Im Rahmen der sogenannten „Fabrik-Aktion“ hatten SS und Gestapo am 27. Februar 1943 begonnen, insgesamt 8.000 noch nicht deportierte Berliner Juden zu verhaften. Diejenigen Juden, die in einer sogenannten Mischehe lebten, wurden im Haus der Jüdischen Gemeinde in der Rosenstraße nahe dem Alexanderplatz interniert.
Laut neueren Forschungsergebnissen war nicht daran gedacht, sie ebenfalls zu deportieren. Stattdessen sollten sie die für die Ermordung bestimmten Zwangsarbeiter in den Rüstungsbetrieben und in den noch bestehenden jüdischen Wohlfahrtseinrichtungen ersetzen. Nach Überprüfung ihrer Personalien wurden sie tatsächlich auch nach und nach in den ersten Märztagen entlassen.
Die übrigen 6.000 Juden, die keine „Mischehe“ schützte, wurden größtenteils sofort nach ihrer Deportation im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet. Weitere 4.000 Berliner Juden konnten sich in dieser Zeit der Verhaftung entziehen, gingen in die Illegalität oder nahmen sich das Leben.
Mit der Gedenkveranstaltung wird sowohl der Opfer der „Fabrik-Aktion“ gedacht als auch der Mut der Protestierenden gewürdigt, die sich der nationalsozialistischen Verfolgung entgegengestellt haben.
(epd/EKBO)

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