09/02/2026 0 Kommentare
Aschermittwoch der Künstler
Aschermittwoch der Künstler

Ab Aschermittwoch verhüllt ein Vorhang aus Talmud-Seiten und Fotografien den Altar der St. Matthäus-Kirche am Berliner Kulturforum. Geschaffen hat ihn der jüdische Künstler Benyamin Reich. Das Gewebe aus talmudischen Texten, kabbalistischen Symbolen und Fotos des Künstlers erinnert an den feingestickten Vorhang des Jerusalemer Tempels – nach rabbinischem Verständnis ein Symbol für einen metaphysischen Vorhang im Himmel. Zugleich zitiert er visuell christliche Fastentücher, die während der Passionszeit den Altar einer Kirche verhüllen und so den Kontakt zwischen Gott und Mensch temporär in Frage stellen.
Simon Strauß, Buchautor und Feuilleton-Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wird in seiner Künstlerrede beim traditionellen Aschermittwoch der Künstler:innen die künstlerische Arbeit von Benyamin Reich interpretieren und ausgehend vom Motiv der (Altar)Verhüllung das Verhältnis von Kunst und Kirche in Christentum und Judentum ausloten. Auch das jüdische Leben in Berlin wird in Strauß‘ Rede eine Rolle spielen.
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