Kirche für dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen wegen Covid-19

Kirche für dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen wegen Covid-19


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Veröffentlicht am Mittwoch, 25. März 2020, 19:44 Uhr
© David-W- / photocase.de

Die evangelische Kirche fordert angesichts der Corona-Pandemie eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen. Die Covid-19-Infektion verschärfe die Lage in Sammelunterkünften und Erstaufnahmelagern, hieß es in einer Erklärung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am Mittwoch. In zentralen Unterbringungen erhöhe sich die Ansteckungsgefahr. Oft gehörten die Bewohner zu Risikogruppen.
Die landeskirchliche Pfarrerin und Referentin für Migration und Integration, Dagmar Apel, warnte davor, dass es im Falle einer Notsituation keine ausreichende hygienische Prävention und medizinische Versorgung für Flüchtlinge gibt. Sie forderte einen Notfallplan bei Corona-Infektionen, der die Menschenwürde nicht aus dem Blick verliert. "Es darf nicht dazu kommen, dass Menschen aufgrund ihres Aufenthaltsstatus in dieser Krise weniger gut behandelt werden als andere", sagte Apel.
Die Seelsorgerin in der Erstaufnahme Eisenhüttenstadt und Pfarrerin für Flüchtlingsarbeit im Sprengel Görlitz, Josephine Furian, kritisierte, dass in sozialen Medien Falschinformationen kursieren, die zu Verunsicherung führten. Es müssten deshalb für Flüchtlinge verstärkt sachliche Informationen über das Coronavirus in vielen Sprachen verbreitet werden.
Die Landeskirche verwies darauf, dass Informationen zur Corona-Krise in Englisch, Arabisch, Russisch und anderen Sprachen auf der Internetseite des Flüchtlingsrates Brandenburg und der Flüchtlingskirche zu finden sind. Die Flüchtlingskirche in Berlin-Kreuzberg sei zudem weiter mit Beratungsangeboten da. (epd)