Barbara Eschen zur Sprecherin der Landesarmutskonferenz Berlin gewählt

Barbara Eschen zur Sprecherin der Landesarmutskonferenz Berlin gewählt


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Veröffentlicht am Donnerstag, 28. November 2019, 07:51 Uhr

Mit großer Zustimmung wurde am Abend des 26.11.2019 Barbara Eschen auf der Landesarmutskonferenz Berlin (LAK) zur neuen Sprecherin gewählt. Sie wird ab sofort für zwei Jahre gemeinsam mit Hermann Pfahler das Sprecheramt inne haben.    Barbara Eschen befasst sich seit 2014 als Direktorin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz intensiv mit Fragen von Armut und Ausgrenzung, Wohnungsnotstand und Migration. 2017/18 war sie zudem Sprecherin der Nationalen Armutskonferenz, hier hat sie sich vor allem stark gemacht für Themen wie Kinderarmut, Frauenarmut und Armut im Alter sowie die Wohnungsnot in Berlin. 

In ihrer Antrittsrede betonte sie, dass „die LAK ein dringendes und unverzichtbares Bündnis für Berlin ist“.   

Immer noch wachse jedes dritte Kind unter Armutsbedingungen auf, ein hoher Anteil der Jugendlichen verließe die Schule ohne Abschluss „und damit ohne Anschluss an die Gesellschaft“. Sorgen bereiten der Theologin auch die viel zu vielen Menschen, die trotz Mindestlohn prekär beschäftigt sind. „Armut ist ein Berliner Thema!“, sagte sie in ihrer Antrittsrede.  

Der Wahl des neuen Duos ging bei der Mitgliederversammlung der Landesarmutskonferenz Berlin am gestrigen Dienstag die Verabschiedung von Sozialsenatorin a.D., Ingrid Stahmer, voraus. Nach acht Jahren trat sie nicht erneut an. In ihrer Abschlussrede wies Ingrid Stahmer darauf hin, „dass es bei der Landesarmutskonferenz Berlin nie allein um die finanzielle Armut ging. Ausgrenzungen, Beschämungen und Leiden, die betroffene Frauen, Männer und vor allem Kinder und Jugendliche im Alltag erleiden müssen, gehörten immer zur unbequemen Wahrheit dazu. Es kann nicht sein, mit Fingern auf diese Menschen zu zeigen und so zu tun, als seien sie allein verantwortlich für ihre Situation.“  

Die LAK ist die Selbstvertretung der Menschen in Berlin, die von Armut betroffen sind. Mit Formaten wie „Wir kommen wählen“ mobilisiert die Landesarmutskonferenz von Armut betroffene Menschen, sich für gesellschaftspolitische Belange einzusetzen. Ganz besonders wichtig ist der neuen Sprecherin Barbara Eschen bei diesen Selbstvertretungsprozessen, dass Menschen beteiligt und gehört werden. Sorgen machen ihr die rechtspopulistischen Tendenzen und Thesen, die Menschen gegenseitig ausgrenzen:

„Wir müssen uns gemeinsam stark machen, gerade jetzt, wo die Armen gegen die Armen ausgespielt werden, rechtspopulistische Thesen dieser Art gibt es genug!“ (DWBO)