Luisenstädtische Kirche

Luisenstädtische Kirche


# Verlorene Kirchen
Veröffentlicht am Montag, 2. Oktober 2017, 16:36 Uhr

1694 - 1695 wurde nach Plänen von Martin Grünberg für die seit 1694 selbständige Kirchengemeinde der "Cöpenicker Vorstadt" eine schlichte barocke Fachwerkkirche errichtet. Schon 60 Jahre später mußte sie wegen Baufälligkeit abgerissen werden. 1751 - 1753 entstand unter der Leitung der Baumeister Naumann und Büring ein Neubau. Unter Mitarbeit von Stülers wurde 1875 der Eingangsfront ein Turm vorgesetzt. Den Namen Luisenstadt-Kirche erhielt die Kirche 1837. Sie hieß zuvor "Kirche in der Cöpenicker Vorstadt", seit 1785 "Köllnische Vorstadtkirche", dann seit 1795 Sebastians-Kirche.

Die Luisenstadt-Kirche brannte nach einem Bombenangriff am 3. Februar 1945 aus.

Nach dem Mauerbau 1961 stand die Ruine im Grenzstreifen. Das Betreten des Geländes um die Ruine war streng untersagt.

Der Gemeinde wurden strenge Auflagen erteilt. So sollte um die Ruine ein hoher Drahtzaun, bzw. eine Kalksteinmauer errichtet werden; der Turm sollte bis zum Gesims über den runden Fenstern abgetragen werden. Die Gemeinde hatte dafür kein Geld. Westliche Hilfsangebote wurden vom Magistrat abgelehnt. So wurde von der Gemeinde mit Genehmigung des Konsistoriums der Abriss beschlossen. Ein Wiederaufbau nur wenige Meter neben der "Staatsgrenze" war damals ohne Chance. Die Ruine der Kirche wurde am Freitag, dem 29. Mai 1964 gesprengt.