Claudia Mieth: „Ganz viel Leben in die Kirche bringen“
Irgendwie war es schon immer ihr geheimer Wunsch, hier zu arbeiten: In der St. Thomaskirche am Kreuzberger Mariannenplatz. „Ich mag die Kirche“, sagt Claudia Mieth und strahlt, „von oben sieht der Kirchraum aus wie ein vierblättriges Kleeblatt. Und gerade, weil dieser nie ganz fertig ist, lässt er viel Raum für Phantasie und Bewegung.“
Claudia Mieth ist seit dem 1. Juni als Gemeindepädagogin im Entsendungsdienst mit 80prozentigem Dienstumfang Pfarrerin in der St. Thomas-Gemeinde. Die Gemeindepädagogin will mit ihrer Arbeit die Menschen im Kiez – im Besonderen aber junge Familien ansprechen. „Hier im Bezirk leben inzwischen viele junge Familien“, hat sie beobachtet. „Die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen liegt mir sehr am Herzen – wir sind ja auch eine junge Familie“, sagt sie. Natürlich sollen Projekte, die bereits bestehen, weitergehen: Zum Beispiel das Wohnungslosencafé Café-Krause.
Ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die wachsende Zusammenarbeit mit der benachbarten Emmaus-Ölberg-Gemeinde. „Ich bin eine absolute Teamarbeiterin“, sagt Claudia Mieth. Um so mehr freut sie sich, dass bereits erste gemeinsame Termine in den Kalendern stehen: das große Sommerfest im August zum Beispiel wollen die Gemeinden zusammen feiern.
Doch erstmal plant Claudia Mieth Kennenlerntouren durch die Nachbarschaft. Fast 24 Jahre war ihr Vorgänger Christian Müller Pfarrer in der Gemeinde St. Thomas. Zusammen mit ihm tourt sie durch den Kiez, um seine über die Jahre gewachsenen Kontakte kennenzulernen. Und bald werden neue dazukommen. So will sich Claudia Mieth bei der Schule nebenan vorstellen und in der Wagenburg gegenüber der Kirche - ein Überbleibsel aus den wilden Hausbesetzerzeiten des 80er Jahre Berlins. Auch die Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus Bethanien will sie suchen – „das sind tolle Kooperationspartner für Ausstellungen“, sagt die Gemeindepädagogin.
Mit der St. Thomas Kirche hat Claudia Mieth schon vor sechs Jahren eine ganz besondere Erfahrung gemacht: Mit Kindern aus der Gemeinde und der Gemeindepädagogin Angelika Kirchmeier hat sie in der Kirche übernachtet. Das möchte sie gern wiederholen.
Claudia Mieth hofft, dass die Kirche und die Gemeinde ein Treffpunkt im Kiez um den Mariannenplatz und weit drüber hinaus sein wird: „Ich möchte ganz viel Leben in die Kirche bringen.“
