Zukunftskonferenzen
In den Jahren 2006 bis 2007 fanden im Kirchenkreis Stadtmitte drei Zukunftskonferenzen statt.
Die Gestaltungsaufgaben, die in mit Struktur- und Haushaltsausschuss abgestimmte Vorlagen mündeten, gingen von folgenden künftigen Herausforderungen aus:
• dass die Kirchensteuermittel für den Kirchenkreis Stadtmitte bis 2014 um 15% zurückgehen,
• dass die notwendigen Mitteleinsparungen und Stellenreduzierungen immer mehr Gemeinden an den Rand ihrer Arbeitsfähigkeit bringen,
• dass die Gebäudelast, insbesondere durch die großen Kirchengebäude bei anhaltend unzureichender Bauunterhaltung immer größer wird,
• dass ohne strukturelle Veränderungen der Anteil der Verwaltungskosten überproportional steigen wird,
• dass das Solidarprinzip ohne eine Neuordnung nicht mehr tragfähig sein wird.
Folgende Vorschläge wurden abgenommen:
1. Bildung von Regionen
Die Kreissynode hatte im Frühjahr 2007 mit großer Mehrheit wie folgt beschlossen:
„Regionen sind ein wichtiges Planungsinstrument im Kirchenkreis Stadtmitte. Sie ermöglichen den Gemeinden die Verständigung über Kooperationen und die abgestimmte Entwicklung von Profilen in einem stadträumlich definierten Gebiet.“
Was macht eine Region aus?
• Die Verständigung über ein stadträumlich definiertes Gebiet, zu dem in der Regel mehrere Gemeinden gehören.
• Die Einsicht und Bereitschaft, eine gemeinsame Verantwortung für kirchliches Handeln in diesem Gebiet zu haben.
• Eine gemeinsame Verständigung über ein abgestimmtes Verfahren zur Wahrnehmung des kirchlichen Auftrages in diesem Gebiet. Dazu gehört u.a.: gegenseitige Vertretung, Kooperation in verschiedenen Arbeitsbereichen, Abstimmung über Schwerpunktaufgaben und eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, etc.
• Verbindliche Vereinbarungen über die strukturellen und rechtlichen Rahmenbedingungen zur gemeinsamen Erfüllung des kirchlichen Auftrages:
• Bewirtschaftung der finanziellen Mittel (gemeinsamer Haushaltsplan),
• Aufstellung eines Vorschlags für den Stellenplan, Gebäudebedarfsplan,
• Verwaltung (gemeinsame Geschäftsführung und Küsterei).
Die Zielsetzung heißt, dass in einem Zeitraum von 3 bis 5 Jahren die Regionenbildung im Kirchenkreis vollzogen ist.
Zur Beförderung des Prozesses wird die modellhafte Entwicklung von Regionen im Kirchenkreis finanziell unterstützt. Dazu wurden nachprüfbare Kriterien entwickelt, die über die Ziele und die jeweiligen Unterstützungsmöglichkeiten Auskunft geben.
2. Personalausstattung in Gemeinden und Regionen
Zur Finanzierung der Personalkosten stehen Kirchensteuermittel, die in der Gemeinde verbleibenden eigenen Einnahmen sowie Drittmittel und zweckgebundenen Zuweisungen zur Verfügung.
Es muss in Zukunft strikt darauf geachtet werden, dass entsprechend den kirchengesetzlichen Vorgaben nicht mehr als 50 % der verbleibenden eigenen Einnahmen zur Deckung von Personalkosten verwandt werden.
3. Weitere Vorschläge zur Bearbeitung von Struktur- und Finanzproblemen
3.1. Umgang mit den Gebäuden
Für die Gebäudeplanung gelten u.a. die folgenden Leitlinien:
• Im Rahmen der Gebäudebedarfsplanung werden derzeit von den dafür zuständigen Gremien des Kirchenkreises Richtlinien für die Gebäudeentwicklung und -bewirtschaftung erarbeitet.
3.2. Weiterentwicklung und Förderung ehrenamtlichen Engagements
• In Zusammenarbeit mit den landeskirchlichen und anderen Fortbildungseinrichtungen wird im Kirchenkreis ein Programm für die Förderung, Fort- und Weiterbildung und Anerkennung ehrenamtlich Mitarbeitender entwickelt.
• Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei Lektorentätigkeit, Öffentlichkeitsarbeit, seelsorgerliche Begleitung von Kranken und Trauernden, diakonisch-soziale Unterstützung von Obdachlosen, Alleinerziehenden, Flüchtlingen und Arbeitssuchenden, sowie außerschulische Bildungsarbeit und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche.
3.2. Erschließung neuer Einnahmemöglichkeiten
Gemeinden und Regionen lernen voneinander und entwickeln gelungene Projekte der Spendeneinwerbung (z.B. für die Erhebung von Kirchgeld) weiter.
3.3. Öffentlichkeitsarbeit
Die kreiskirchliche Öffentlichkeitsarbeit fungiert in erster Linie als Serviceeinrichtung für und als Vernetzungsebene zwischen Gemeinden, Regionen und Kirchenkreis. Das geschieht durch
• Bereitstellung aller wichtigen kreiskirchlichen Informationen (Internet mit internem Bereich, Newsletter)
• Hilfestellung bei der Erstellung von Homepages und Einführung in die zentrale Veranstaltungsdatenbank
• Bereitstellung von Pressekontakten und projektbezogene Unterstützung der Pressearbeit von Gemeinden
