Portrait Alexander Höner, Pfarrer am Berliner Dom

Hoener, Alexander.JPG_Eine Arbeitsstelle statt drei, Berlin statt Hamburg, Familienleben statt Wochenendbeziehung - ganz schön viel auf einmal, was sich für Alexander Höner ändern wird. Zum Erntedankgottesdienst am 4. Oktober beginnt Höner seinen Dienst als Entsendungspfarrer am Berliner Dom.

Kennengelernt hat der 35 Jahre alte Hamburger die Gemeinde schon. Bereits im September, gleich nach seinem Umzug zu seiner Frau Cornelia und Tochter Anna nach Berlin, fuhr er beim Gemeindeausflug mit. Nach Frankfurt an der Oder ging’s, etwa 100 Leute aus der Gemeinde wollten die neuen Fenster der St. Marienkirche anschauen. „Die Menschen kamen direkt auf mich zu und sprachen mich an. Sie dachten zuerst, ich sei ein neues Gemeindemitglied“, erzählt Höner. Und hatte gleich das Gefühl: Die Gemeinde funktioniert, hier bin ich willkommen.

In Hamburg arbeitete der junge Pfarrer nach seinem Vikariat an der Friedenskirche in St. Pauli (Höner: “Für mich als Vikar das Schokoladenstück“) als Geschäftsführer in der Arbeitsstelle Kirche und Stadt. Gemeinsam mit Wolfgang Grünberg und einem Team von Theologen, Soziologen und Kulturwissenschaftlern aus Deutschland, Russland und Polen hat er einen Sammelband über die identifikatorische Kraft von dreizehn Backsteinkirchen zwischen Kiel und Königsberg zusammengestellt. ("Wie roter Bernstein": www.perlentaucher.de/buch/31555.html). Außerdem brachte Alexander Höner als wissenschaftlicher Mitarbeiter Theologie-Studenten in Homiletik-Proseminaren die Predigtlehre nahe. Auch Arbeitsstelle Nummer drei hatte indirekt mit der Universität zu tun: Alexander Höner leitete das Bugenhagen-Konvikt (www.bugkon.de), ein evangelisches Studentenwohnheim.

Ganz schön viel zu tun für einen Menschen. „Ich bin froh, dass ich meine Kräfte jetzt bündeln kann“, sagt Alexander Höner. Im Dom wird er sich vor allem um die klassische Gemeindearbeit kümmern: Konfirmandenunterricht geben, die Gruppen betreuen, Paare trauen, Kinder taufen. Die Basisarbeit. Höner freut sich drauf: „Eine bessere Gelegenheit, als bei einem Traugottesdienst eine Predigt zu halten, die Menschen so berührt, dass sie wieder in die Kirche kommen, gibt es doch kaum.“

Text: Christiane Bertelsmann

Alexander Höner wurde am 4. Oktober um 10 Uhr im Gottesdienst im Berliner Dom eingeführt.

www.berlinerdom.de