Marthakirche und Gemeindehaus


Im Stil der deutschen Renaissance errichtetes Gebäudeensemble der Berliner Architekten Paulus und Dinklage.

Die Gemeinde ging aus einer Abspaltung der zu groß gewordenen Emmausgemeinde hervor. Die Kirche wurde 1903 geweiht.


Martha und die Frauen

In der Marthagemeinde erfahren Frauen in besonderer Weise Wertschätzung und Aufmerksamkeit: Die Namenspatronin ist Martha, die gastfreundliche fürsorgliche Hausherrin (Lukas), die im Angesicht des Todes das Christusbekenntnis spricht (Johannes), die Integrierende, die den Drachen zähmt und sich so seiner Kräfte dienstbar macht (Legende).
Auch die künstlerische Ausgestaltung des Martha-Ensembles belibt diesem Anliegen treu. Die Reliefs im Hof erzählen Gleichnisse Jesu, in denen von Frauen erzählt wird.
Die Glasfenster zeigen Frauengestalten des Ersten und Zweiten Testaments, von Eva, der Frau, die den Sauerteig knetetMutter des Lebens, zusammen mit ihren Söhnen Kain und Abel, bis hin zu Lois, der Großmutter des Timotheus, die ihn das Beten lehrt. Die Reliefs im Kirchraum machen die Stationen des Weges Jesu sichtbar, in denen Frauen eine bedeutende Rolle spielen.
Es ist ein schöner Zufall, daß in Martha über 70 Jahre nach Kirchweih das erste emanzipatorische kirchliche Frauenprojekt im damaligen Westberlin Raum fand. 1978 wurde das bis heute intensiv genutzte Frauencafé gegründet.
www.frauundberuf-berlin.de
Weiterlesen über die Gründung der Gemeinde (pdf-Datei, 3,8MB): Festschrift Martha


Umbau der Kirche

Aus der Not wurde Anfang der 70er Jahre eine Tugend geboren. Die Kirche war zu groß geworden, zugleich fehlten Gemeinderäume. Unter der Federführung von Pfarrer Klaus Duntze ("Strategien für Kreuzberg", sanfte Stadtentwicklung) wurde eine horizontale Teilung der Kirche geplant und durchgeführt. So wurde im unteren Bereich eine Kinder- und Jugendetage gewonnen, in der zusammen mit einem Kindergarten Marthas offene Jugendarbeit beheimatet ist, die Jugendlichen aller Kulturen und Religionen die Türen öffnet. Der Gottesdienstraum hat neue Proportionen bekommen, die für vielfältige und intensive Nutzung angemessen sind.

Text: Monika Matthias, Pfarrerin an der Marthakirche

Martha Gemeinde - Lichtinstallation Nov 2002